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Chinesische Medizin im humanitären Einsatz

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Projektbesuch in Bodhgaya

News Muskan Viklang TrustPosted by Sylvia Köhn-Pandey Mon, July 27, 2015 23:18:08
Im Februar 2015 reiste ich von Nepal über Delhi direkt nach Bodhgaya, um mich von den Umständen im Staate Bihar, bekannt als eines der ärmsten Bezirke Indiens, zu vergewissern und das Team von Muskan Viklang Trust eine Zeit bei ihrer Arbeit in die entlegeneden Dörfer zu begleiten.
Ich nahm mir ein Zimmer in einem tibetisch geführten Guesthouse im Zentrum von Bodhgaya. So konnte ich in meiner freien Zeit unter dem berühmten Bodhibaum, unter dem der Buddha seine Erleuchtung fand, meditieren und mich von anderen spirituellen Reisenden inspirieren lassen.
Morgens wurde ich von Kollegen des Teams von MVT mit dem Motorrad abgeholt und abends wieder sicher ins Guesthouse gebracht.
Es war eine sehr aufregende und interessante Zeit. Jeden Tag von Montag bis Freitag fahren jeweils morgens und am Nachmittag mind. zwei Teams mit dem Motorrad in verschiedene Dörfer. Ich begleitete ein Zwei-Therapeuten-Team, was bedeutete zu dritt auf dem Motorrad bis zu 80 km Entfernung auf stark von Riesen-LKW's, Bussen, Autos, Viehwagen, Radfahrern, Fußgängern und allem Getier frequentierten Straßen, die zwar besser als in Nepal sind, aber dennoch u.a. durch die vielen Löcher sehr gefährlich.
In den Dörfern wird ein temporäres Behandlungszentrum, entweder im Freien in der Nähe von öffentlichen Gebäuden wie Schulen o.ä. oder in leerstehenden Räumen aufgebaut.
Kaum sind die Matten ausgelegt treffen auch schon die ersten Patienten ein. Viele kommen schon seit Jahren. Anfangs reisen Sie dem Behandlungsteam hinterher, um mehrmals in der Woche Behandlungen für sich oder ihr Kind zu bekommen.
Später, nach gewissem Erfolg reicht dann eine Behandlung in der Woche.
Hauptsächlich werden hier neurologische Erkrankungen, wie Schlaganfall, Cerebralparesen, Polio und Störungen nach Unfall behandelt.
Es ist immer wieder schön zu sehen, was die Akupunktur im Zusammenhang mit Physio- und Ergotherapie erreichen kann.
Kinder, die weder gehen noch greifen oder sprechen konnten und unter schwersten Krämpfen litten, wurden befähigt im aufrechten Gang zu gehen, selbstständig die Toilette aufzusuchen und nach angebotenen Keksen zu greifen. Die Krämpfe verschwinden oft gänzlich und sie sind fähig ein einigermaßen normales Leben zu führen. Das Lächeln eines solchen Kindes vergisst man nie.
Aber auch die Fortschritte und damit verbundene Freude eines Familienvaters, der vor einem schweren Motorradunfall, der alleinige Ernährer einer vielköpfigen Familie war mitanzusehen, ist ein unvergessliches Erlebnis.
Am Samstag trifft sich das gesamte Team an seinem Hauptsitz in Bodhgaya. Es ist der Tag für Besprechungen, Schulungen, Anfertigungen von Schienen, Stützen und allerhand anderem orthopädischen Material. Einige Patienten kommen auch am Samstag zur Behandlung. Für meinen Besuch war es die Gelegenheit für das Weitergeben aus meinem Erfahrungsschatz, welches das Team erfragte und gern bereitwillig entgegen nahm.
Wir ermuntern unsere Volontäre den Samstag für solche Schulungen zu nutzen, denn nur dadurch ist das Team von MVT zu dem geworden, was es ist. Auch Auffrischungen sind immer wieder willkommen.
Während meines Aufenthaltes und vielen Treffen mit dem Mitbegründer Rakesh und seinem Team stellte sich heraus, dass das Projekt auf wackligen Beinen steht. Es wird dringend finanzielle Hilfe für die laufenden Kosten, wie Gehaltszahlungen, Materialanschaffungen, Bezin und Fahrzeugreperaturen benötigt. Aber auch um neue Fahrzeuge, wie Motorräder und einen Kleinbus anzuschaffen. Für die Therapeuten ist ein sicheres Fahrzeug ein wichtiges Element. Die Arbeit als mobiler Therapeut sichert ihnen den Lebensunterhalt und ihr Motorrad sollte deshalb auch eine gewisse Verkehrstüchtigkeit aufweisen. Die Motorräder mit denen ich mitgefahren bin hatten oft ein Panne und waren nicht verkehrssicher. Es ist besser nicht daran zu denken, was alles passieren könnte und sich immer wieder mit Freude auf das Gefährt zu schwingen. So schenken wir den unterprevilegierten Menschen in Indien eine bessere Lebensqualität.
Dennoch steht eine Neuanschaffung außer Frage. Durch eine weiterhin laufende Spendenaktion, die jetzt auch auf Betterplace zu finden ist, können wir nun zumindest die Spende für ein neues Motorrad beisteuern. Es sei an dieser Stelle allen Spendern dafür nochmals herzlichst gedankt.
Ich hoffe einige Therapeuten mit diesem Beitrag motivieren zu können, selbst einmal nach Bodhgaya zu reisen und ihre Hilfe den liebenswürdigen Menschen, die sich sonst keine medizinische Versorgung leisten können anzubieten. Sollte jemand nicht selbst reisen können oder nicht die Qualifikation für die Vor Ort Hilfe haben, sind Spenden regelmäßig oder einmalig, in welcher Höhe auch immer sehr willkommen.







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